Urszula Usakowska-WolffUrszula Usakowska-WolffUrszula Usakowska-WolffUrszula Usakowska-WolffUrszula Usakowska-WolffUrszula Usakowska-WolffUrszula Usakowska-WolffUrszula Usakowska-WolffUrszula Usakowska-Wolff

Ich wurde am 30. September 1954 in Warschau geboren. Von 1955 bis 1959 lebte ich mit meinen Eltern in Berlin, von 1964 bis 1967 in Bern und von 1970 bis 1974 in Bukarest, wo ich mein Studium der Germanistik und Romanistik begann.

Danach setzte ich mein Germanistikstudium an der Warschauer Universität fort und absolvierte es 1977 als Diplomgermanistin.

Anschließend arbeitete ich als Redakteurin in der deutschen Redaktion des Polnischen Rundfunks, wo ich mich vorwiegend mit Film-, Literatur- und Kunstkritik befasste. Parallel zu meiner Rundfunkarbeit veröffentlichte ich meine eigenen Gedichte sowie Übersetzungen der deutschen und rumänischen Lyrik in verschiedenen polnischen Zeitschriften. In dieser Zeit war ich auch als freiberufliche Übersetzerin und Dolmetscherin für Deutsch und Rumänisch im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Ministerium für Kunst und Kultur und anderen polnischen Ministerien und Behörden tätig.

Meine Arbeit in der deutschen Redaktion des Polnischen Rundfunks in Warschau endete am 13. Dezember 1981, also nach der Einführung des Kriegsrechts, zuerst mit meiner Suspendierung und dann Mitte Mai 1982 mit meiner Entlassung wegen meiner Zugehörigkeit zum Vorstand der Gewerkschaft „Solidarnosc.“

Von 1984 bis 1986 lebte und arbeitete ich, zur Abwechslung als Disponentin einer Tiroler Firma, die u.a. Glühbirnen aus Polen importierte, im österreichischen Schwaz. Kein Wunder also, dass ich als illuminierte, emanzipierte und berufstätige Kosmopolin nicht geneigt war, in der Ehe eine Perspektive zu sehen. Das änderte sich, als ich im September 1985 während meines Urlaubs im tunesischen Hammamet meinen zukünftigen Ehemann - Neckermann machte es möglich! - kennen lernte. Ende März 1986 heiratete ich in Warschau Manfred Wolff und siedelte nach Bad Oeynhausen über.

In den Jahren 1989 - 1990 betrieb ich meine eigene Galerie für polnische Kunst in Herford. Von 1991 - 1996 arbeitete ich als Lehrerin im Förderverein für die Übernahme der Trägerschaft über spätausgesiedelte Schülerinnen und Schüler in Herford, und brachte deutschen Kindern und Jugendlichen aus Russland an mehreren Schulen im Kreis Herford Deutsch bei. Sie wiederum brachten meiner Berner Sennenhündin Myszka (1993 - 2005), die am Unterricht, vor allem bei den Schulausflügen in die nähere Umgebung, regen Anteil nahm, Russisch bei, so dass auch sie - wie könnte es in unserer Familie anders sein, zu einer multilingualen und multikulturellen Vertreterin der Hundheit wurde. Seit 1988 organisierte ich ferner zusammen mit meinem Ehemann über 60 Ausstellungen zeitgenössischer polnischer Kunst, Lesungen polnischer Literatur und Konzerte polnischer Musik in verschiedenen deutschen Städten. Nebenbei arbeitete ich als freiberufliche Journalistin mit deutschen (u.a. mit MATRIX) und polnischen Zeitungen (Kwartalnik Orońsko, Tygiel Kultury) zusammen und zusammen mit meinem Mann übersetzte ich auch einige polnische Bücher, so dass wir Mitglieder des Verbands Deutscher Übersetzer wurden. Seit Ende Mai 2003 bin auch Mitglied des Zentrums der Schriftsteller im Exil deutschsprachiger Länder, seit 2006 seine Vizepräsidentin. Ende 2008 wurde ich in den Programmbeirat des Polnischen Skulpturenzentrums in Orońsko berufen. Ende 2009 erschien eine Auswahl meiner Gedichte "Perverse Verse" im Pop Verlag.

1996 wurden mein Mann und ich mit 3 polnischen Auszeichnungen bedacht: mit dem ökumenischen Preis der Stiftung Sacro-Art und der Merkuryusz-Stiftung der Krakauer Journalisten für Aktivitäten zur deutsch-polnisch-jüdischen Versöhnung; mit der Pegasus-Medaille der Akademie der Schönen Künste in Warschau für die Förderung der polnischen Kunst in Deutschland und mit dem Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen für die Popularisierung der polnischen Kultur in Deutschland.

Da mir die Kunst und vor allem die Künstlerinnen noch immer sehr nahe liegen, initiierte und organisierte ich für sie 1994, 1997 und 2000 drei Künstlerinnen-Symposion in Bad Oeynhausen, an denen sich bisher 21 junge Malerinnen, Grafikerinnen und Bildhauerinnen aus Polen, Deutschland, Russland, Weißrussland, Litauen, Estland, Holland, Frankreich, Dänemark und Venezuela beteiligten. Diese Symposien waren so erfolgreich, dass sie in Zukunft als internationale Künstlerinnen-Triennale fortgesetzt werden sollten. Leider sind auch sie dem allgemeinen Sparwahnsinn zum Opfer gefallen.

Bad Oeynhausen ist glücklicherweise ein abgeschlossenes Kapitel. Nach zwanzig Jahren Aufenthalt in der ostwestfälischen Kleinstadt haben mein Mann und ich uns einen Traum erfüllt: Wir sind wir eine multikulturelle Metropole gezogen. Denn einen Koffer in Berlin hatten wir schon immer...

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