HARZER
KLEINOD(I)EN
Freundlicher
Harz
Auf
dieser schönen Winterreise
begegnen uns erstaunlich viele
freundlich lächelnde Greise.
Schöngutentach!
Schöngutentach!
Wohlerzogene Worte
fallen in den Bach,
den rauschenden. So schön ist es im Harz!
Doch der Reim bleibt leider aus.
Draußen
vor der Tür
stehen wir und Hund.
Er ist ganz gesund.
Er ist eine sie.
Wie
bitte? Wie?!
©
Urszula
Usakowska-Wolff und
Manfred
Wolff

Fot.
© Manfred Wolff
Harz
und Hund
Es
schläft der Mensch.
Es schläft das Tier.
Der Mensch hat zwei.
Das Tier hat vier.
Es
schläft der Mensch
in seinem Bett.
Das Tier davor
und wird ganz fett.
Sie
haben beide einen Traum
von einem großen dicken Baum.
Der Mensch hängt sich dran auf.
Das Tier pisst drauf.
©
Urszula
Usakowska-Wolff und
Manfred
Wolff

Fot.
© Manfred Wolff
Harz
und Reh
Leise
rieselt der Schnee.
Still und starr steht das Reh
in den verschneiten Tannen
und träumt von Badewannen
mit dickem weißen Schaum.
Ein
schöner Traum.
Der
Förster mit der langen Flinten
nähert sich dem Bild von hinten
und schießt auf Badewanne,
Schaum und Reh.
Dieses
sagt : Adé!
und versinkt in seinem Bade.
Und ein Rehbock meint:
Wie schade!
©
Urszula
Usakowska-Wolff und
Manfred
Wolf

Harz
und Wild
Um
Mitternacht im Mondenschein
tritt aus dem Wald ein wildes Schwein,
schaut sich um und grunzt:
Wer hat meinen Harz verhunzt?
Überall
nur Wanderwege,
ab und zu ein Wildgehege.
Nirgends eine tiefe Suhle
oder eine Schweinekuhle.
Wo
bleibt die Natur,
die Wildschweinekultur?
Nichts
kann mehr das Schweineherz
erfreuen
als gemeinsam mit fünfzig Säuen
eingetaucht bis zu den Hälsen
sich im Sumpf zu wälzen.
O
Harz! O Harz!
Ich sehe für dich schwarz.
Winter
im Harz:
überall derselbe Scheiß
und mittendrin ein alter Greis:
der Harzclubpräsident,
der alle Wege kennt,
zum Beispiel auch im Orient
vom Örtchen Schierke
bis hin zur Brockenbirke.
©
Urszula
Usakowska-Wolff und
Manfred
Wolff

Fot.
© Manfred Wolff
Hahnenklee
im Schnee
In
der Luft Tannenduft.
Es glitzert wie Kristall
der Schnee im Tal.
Wir gehen Hand in Hand
durch das Winterwunderland.
Ich
halt dich warm in meinem Arm,
wenn ich mit dir die alten Wege geh -
Hahnenklee im Schnee.
Kerzenschein,
roter Wein.
Wir sitzen am Kamin,
die Wangen glühn.
Und draußen fällt ganz sacht
auf Weg und Steg die weiße Pracht.
Ich
halt dich warm in meinem Arm,
wenn ich mit dir verträumt am Fenster steh -
Hahnenklee im Schnee.
Und
ich spür - nur noch wir.
Die Welt um uns versinkt
und leis erklingt
für uns ein Liebeslied,
das in seinen Bann uns zieht.
Ich
halt dich warm in meinem Arm,
wenn ich verliebt in deine Augen seh -
Hahnenklee im Schnee.
©
Urszula
Usakowska-Wolff und
Manfred
Wolff

Fot.
© Manfred Wolff