WALDANDACHT
IM
WIEHENGEBIRGE

HOMMAGE À KÄTE WALTER

Durch intensive Beschäftigung mit der heimischen Frauengeschichte, angeregt durch die Frauen-Geschichtswerkstatt Bad Oeynhausen, ist es Urszula Usakowska-Wolff und ihren Ehemann Manfred Wolff gelungen, unbekannte lyrische Kostproben der gebürtigen Mecklemburgerin Käte Walter, die zeit ihres Lebens die Schönheiten ihrer Bergkirchener Wahlheimat und die Freuden und Pflichten des evangelischen Glaubens pries, zu finden. Wir wollen diese erbauliche Poesie nicht länger der Menschheit vorenthalten, um so mehr, dass die bekannteste Tochter Bergkirchens auch mindestens drei Gedichte den katholischen Mitbürgerinnen und Mitbürger widmete, was den Rang einer wahren ökumenischen Entdeckung innehat.


Motto: Der Geist von Walters Käten
ist in Manfreds Mund getreten.
Sie, die als Jungfrau von uns schied,
singt aus ihm ein neues Lied!


I. Kreuzensschmerz zieht durchs Herz

Der Abend senkt sich nieder
und leise fromme Lieder
ziehen durch mein Herz.
Ich fühl in mir den Kreuzesschmerz,
wenn ich voll Andacht stille steh
am Waldesrand auf Bergeshöh.
Dann ist´s um mich herum ganz stille,
und unter mir liegt Hille.

© Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff

Kreuzweg. Foto: Manfred Wolff

II. Wärme geben zum Leben

Du HErr am Kreuzesholz
so demutsvoll und ohne Stolz
hast mich in guten wie in bösen Tagen
durch Freud und Leid getragen.
Mit Deinen ausgestreckten Armen
wirst Du meiner Dich erbarmen
und mir die Wärme geben,
die ich brauch zum Leben.

Du wunderbarer Schmerzensmann
des Lieb mein Herz nicht fassen kann.
Du bist mein wahrer Herzenstrost!

Na, dann prost!

© Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff

Holz. Foto: Manfred Wolff

III. Jubellieder immer wieder

In der kleinen Kirche am Wiehen
wir vor dem Kripplein knieen,
dass das Gotteskind erlöse
uns im Weltgetöse.

Am Kripplein sind wir selber Kinder
von Jesus selbst erlöste Sünder.
Und schenken unsre kleinen Herzen
dem, der uns erlöst mit Schmerzen.

© Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff

 
Treppe. Foto: Manfred Wolff
 

IV. Augenstern blickt zum HErrn

Tausend kleine Blümlein blühen
auf der Wiese dort am Wiehen.
Jedes ist ein Augenstern,
der dankbar blickt zum HErrn.

Tausend kleine Vöglein singen
und von Zweig zu Zweiglein springen.
Ihre frohen Jubellieder
preisen Gott den HErren immer wieder.

Tausend weiße Wölkchen segeln
über Blümelein und Vögeln.
Jedes uns erzählt,
wie groß der HErr der Welt.

Tausendfach auch will ich loben
den HErrn im Himmel droben,
der Blümlein, Vöglein, Wölkchen mir geschenkt
und immer liebvoll an mich denkt.

© Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff

Blumen. Foto: Manfred Wolff

V. Gnadenblut tut gut

Mein Jesus muss´ am Kreuze sterben
und ich darf ihn beerben.
Er hinterlässet mir sein Gnadenblut
so wird für mich mein sündges Leben gut.

Mein Jesus in den Himmel fährt
wo seine Gnad´ und Liebe immer währt.
Davon ich all mein Lebtag zehre
und allen bösen Teufeln wehre.

Mein Jesus in den Himmeln thront,
wo bei Ihm alle Gnade wohnt.
Dorthin wird er mich dereinst bitten,
wenn ich in dieser Welt genug gelitten.

© Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff

Libelle. Foto: Manfred Wolff

VI. Liebe im Weltgetriebe

Ein Brünnlein springt im dunklem Wald
und eilet ohne Aufenthalt
hinab zu Feld und Wiesen
und macht dort Tausend Blümlein sprießen.

Grad so ergießt des HErren Liebe
sich in das Weltgetriebe.
Wir kennen nicht der Quelle Ort,
doch sie tränkt und nährt uns immerfort.

© Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff

Seerosen. Foto: Manfred Wolff

VII. Begreifen vor dem Pfeifen

Jesu, meine Gnadensonne,
meines Sündenherzens Wonne!
Du wirst mich erretten
vor Schnaps und Zigaretten.
Ach! Das ich das begreife,
wenn ich auf dem letzten Loche pfeife!

© Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff

Schafe. Foto: Manfred Wolff

VIII. Mit Dornenkrone auf dem Throne

O Jesu, meines Herzenslust!
Dich drücke ich an meine Brust,
wie Du mit Nagelmal und Dornenkrone
herrschest auf dem Himmelsthrone.
Vom Morgen bis zum Abend
mich an Deinen Gnadenblut labend
will ich Deine Größe preisen,
die mir die Engelschöre weisen.

© Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff

Glockenblumen. Foto: Manfred Wolff

IX. Mit Engelsscharen fahren

Maria hüllt mich in den Mantel ein,
der ist so sündenfrei und rein.
So werd auch ich mit Engelsscharen
dereinst zu dir gen Himmel fahren.

Texte © Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff

Fotos © Manfred Wolff

Schmetterling und Biene. Foto: Manfred Wolff
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